Sonntag, 22. August 2010
Mittwoch, 28. Juli 2010
Den Weg der Wünsche gehen...
"Bastian hatte dem Löwen die Inschrift auf der Rückseite des Kleinodes gezeigt.
"Was mag das bedeuten?" , fragte er. "TU WAS DU WILLST, das bedeutet doch, dass ich alles tun darf, wozu ich Lust habe, meinst du nicht?"
Graógramáns Gesicht sah plötzlich erschreckend ernst aus und seine Augen begannen zu glühen. "Nein", sagte er mit jener tiefen, grollenden Stimme, "es heißt, dass du deinen Wahren Willen tun sollst. Und nichts ist schwerer."
"Meinen Wahren Willen?", wiederholte Bastian beeindruckt. "Was ist denn das?"
"Es ist dein eigenes tiefstes Geheimnis, das du nicht kennst."
"Wie kann ich es denn herausfinden?"
"Indem du den Weg der Wünsche gehst, von einem zum anderen und bis zum letzten. Der wird dich zu deinem Wahren Willlen führen."
"Das kommt mir eigentlich nicht so schwer vor.", meinte Bastian
"Es ist von allen Wegen der gefählichste.", sagte der Löwe.
"Warum?", fragte Bastian, "ich hab' keine Angst."
"Darum geht es nicht", grollte Graógramán, "er erfordert höchste Wahrhaftigkeit und Aufmerksamkeit, denn auf keinem anderen Weg ist es so leicht, sich endgültig zu verirren."
"Meinst du, weil es vielleicht nicht immer gute Wünsche sind, die man hat?", forschte Bastian.
Der Löwe peitschte mit dem Schweif in den Sand, in dem er lag. Er legte die Ohren an und zog die Nase kraus, seine Augen sprühten Feuer. Bastian duckte sich unwillkürlich, als Graógramán mit einer Stimme, die wiederrum den Boden vibrieren ließ, sagte:
"Was weißt du, was Wünsche sind! Was weißt du, was gut ist!"
Bastian dachte viel in den darauffolgenden Tagen über all das nach, was der Bunte Tod ihm gesagt hatte. Doch manche Dinge kann man nicht durch Nachdenken ergründen, man muss sie erfahren. Und so kam es, dass er erst viel später, nachdem er vieles erlebt hatte, an Graógramán Worte zurückdachte und sie zu verstehen begann."
(Michael Ende - Die unendliche Geschichte)
Es gibt Autoren und Bücher zu denen finde ich immer wieder zurück.
Das Wort "Zurück" passt bei Michael Ende am Besten, wenn man bedenkt, dass er mich seit der Grundschule begleitet. Ich bin das kleine Mädchen, das ganze Passagen aus der Hörspielversion der unendlichen Geschichte rezitieren konnte (und immer noch kann).
Das Wort "Antiquariat" war für mich bereits magisch bevor ich erfahren hatte, welche Schätze es dort zu heben gibt und lange bevor ich begann nach diesen Schätzen zu graben. Denn jedes mal, wenn ich ein Antiquariat betrete (und das mache ich gern und regelmäßig) muß ich an Bastians erste Begegnung mit Karl Konrad Koreander denken.
Bei strömendem Regen ein Antiquariat zu betreten ist unbeschreiblich schön. Ich kann das nur weiterempfehlen.
Doch zurück zum Anfang. Zurück zum "Zurück".
Den Weg der Wünsche gehen auf der Suche nach dem wahren Willen. Die Verantwortung für sein Leben ernst nehmen und übernehmen. Das Nichts überwinden. Phantasien retten.
Ich werde wohl noch eine Weile darüber nachdenken...
also gebe ich an dieser Stelle das "Tu was du willst" an den Leser weiter.
"Was mag das bedeuten?" , fragte er. "TU WAS DU WILLST, das bedeutet doch, dass ich alles tun darf, wozu ich Lust habe, meinst du nicht?"
Graógramáns Gesicht sah plötzlich erschreckend ernst aus und seine Augen begannen zu glühen. "Nein", sagte er mit jener tiefen, grollenden Stimme, "es heißt, dass du deinen Wahren Willen tun sollst. Und nichts ist schwerer."
"Meinen Wahren Willen?", wiederholte Bastian beeindruckt. "Was ist denn das?"
"Es ist dein eigenes tiefstes Geheimnis, das du nicht kennst."
"Wie kann ich es denn herausfinden?"
"Indem du den Weg der Wünsche gehst, von einem zum anderen und bis zum letzten. Der wird dich zu deinem Wahren Willlen führen."
"Das kommt mir eigentlich nicht so schwer vor.", meinte Bastian
"Es ist von allen Wegen der gefählichste.", sagte der Löwe.
"Warum?", fragte Bastian, "ich hab' keine Angst."
"Darum geht es nicht", grollte Graógramán, "er erfordert höchste Wahrhaftigkeit und Aufmerksamkeit, denn auf keinem anderen Weg ist es so leicht, sich endgültig zu verirren."
"Meinst du, weil es vielleicht nicht immer gute Wünsche sind, die man hat?", forschte Bastian.
Der Löwe peitschte mit dem Schweif in den Sand, in dem er lag. Er legte die Ohren an und zog die Nase kraus, seine Augen sprühten Feuer. Bastian duckte sich unwillkürlich, als Graógramán mit einer Stimme, die wiederrum den Boden vibrieren ließ, sagte:
"Was weißt du, was Wünsche sind! Was weißt du, was gut ist!"
Bastian dachte viel in den darauffolgenden Tagen über all das nach, was der Bunte Tod ihm gesagt hatte. Doch manche Dinge kann man nicht durch Nachdenken ergründen, man muss sie erfahren. Und so kam es, dass er erst viel später, nachdem er vieles erlebt hatte, an Graógramán Worte zurückdachte und sie zu verstehen begann."
(Michael Ende - Die unendliche Geschichte)
Es gibt Autoren und Bücher zu denen finde ich immer wieder zurück.
Das Wort "Zurück" passt bei Michael Ende am Besten, wenn man bedenkt, dass er mich seit der Grundschule begleitet. Ich bin das kleine Mädchen, das ganze Passagen aus der Hörspielversion der unendlichen Geschichte rezitieren konnte (und immer noch kann).
Das Wort "Antiquariat" war für mich bereits magisch bevor ich erfahren hatte, welche Schätze es dort zu heben gibt und lange bevor ich begann nach diesen Schätzen zu graben. Denn jedes mal, wenn ich ein Antiquariat betrete (und das mache ich gern und regelmäßig) muß ich an Bastians erste Begegnung mit Karl Konrad Koreander denken.
Bei strömendem Regen ein Antiquariat zu betreten ist unbeschreiblich schön. Ich kann das nur weiterempfehlen.
Doch zurück zum Anfang. Zurück zum "Zurück".
Den Weg der Wünsche gehen auf der Suche nach dem wahren Willen. Die Verantwortung für sein Leben ernst nehmen und übernehmen. Das Nichts überwinden. Phantasien retten.
Ich werde wohl noch eine Weile darüber nachdenken...
also gebe ich an dieser Stelle das "Tu was du willst" an den Leser weiter.
Donnerstag, 8. Juli 2010
Das Rauschen vor dem ersten Lied
Es muss einmal gesagt werden:
Mein Leben ohne Plattenspieler wäre ein deutlich ärmeres.
Wem das übertrieben erscheint, dem ist diese Form des zelebrierten Musikgenusses bedauerlicherweise noch fremd.
Versonnen durch den LP-Stapel blättern. Die Platte der Wahl aus der feinen Papierschutzhülle ziehen. Vorsichtig auflegen. Die Nadel an die Stelle der Wahl führen und herabsinken lassen. Ein feinmotorischer Genuss der Extraklasse. Und auch das Rauschen vor dem ersten Stück ist keineswegs zu verachten. Es scheint mir stets als wäre diese Art des Musikgenusses echter. Platten hören gleicht einer Art Zeitreiseurlaub. Alles wird etwas langsamer und sepiafarbener, wenn eine gute Platte läuft. Und der Schall macht den Lauscher ruhig.
Mein Leben ohne Plattenspieler wäre ein deutlich ärmeres.
Wem das übertrieben erscheint, dem ist diese Form des zelebrierten Musikgenusses bedauerlicherweise noch fremd.
Versonnen durch den LP-Stapel blättern. Die Platte der Wahl aus der feinen Papierschutzhülle ziehen. Vorsichtig auflegen. Die Nadel an die Stelle der Wahl führen und herabsinken lassen. Ein feinmotorischer Genuss der Extraklasse. Und auch das Rauschen vor dem ersten Stück ist keineswegs zu verachten. Es scheint mir stets als wäre diese Art des Musikgenusses echter. Platten hören gleicht einer Art Zeitreiseurlaub. Alles wird etwas langsamer und sepiafarbener, wenn eine gute Platte läuft. Und der Schall macht den Lauscher ruhig.
Samstag, 26. Juni 2010
Tanzende Tapire sind mir alltäglich Brot geworden
Ein Hoch auf Eläkeleiset.
Das ist tatsächlich die ideale musikalische Begleitung für stumpfsinnige
Schreibtischtätigkeiten aller Art.
Gut, dass es diese skandinavischen Spielleut gibt
…denn ungezählt sind die Arten und Unterarten der Idioti Tipperensis.
Viel zu viele habe ich schon gesehen.
Manche gestreichelt.
Und einige sogar erfolgreich nachgezüchtet.
Mein Arbeitszimmer ist auf imaginärer Ebene angefüllt mit diesen kleinen tapirartigen Wesen mit dem stumpfsinnigen Blick.
Dank den musikalischen Herren aus Finnland tanzen sie jetzt.
Das ist eine deutliche Verbesserung.
Man fühlt sich schlagartig wie so ein endzeitlicher Antiheld in einem Stück des absurden Theaters – Neuinzeniert und Koreographiert für einen heruntergekommenen Wanderzirkus mit Freakshow... man bedenke die tanzenden Tapirtiere.
„Fräulein O. und die tanzenden Tapirartigen.“ ist auf den verwitterten handgemalten Plakaten zu lesen.
Danach wird man tuscheln:
Die Tapire tanzten und sie tippte einhändig den Rhythmus dazu während sie grazil mit Links (im doppelten Wortsinn) ein gewichtiges Nachschlagewerk wälzte…
bezaubernd anzusehen. Wirklich ganz hinreißend.
Und erst das Kostüm, das sie trug…geradezu unvorstellbar grotesk. Man hatte fast schon Mitleid … aber die Tapire tanzten so schön, da war das Mitleid schnell vergessen. Eine begabte junge Frau, doch gewiss wird sie in naher Zukunft an einer Sehnenscheidenentzündung sterben…in einem dieser Siechenhospitale der Unterschicht.
Ironisch gebrochen ist das arbeitsame Unwohlsein schon fast Kunst…Kleinkunst…
besser Kleinstkunst auf Wanderzirkusniveau…so ein ganz kleiner Wanderzirkus
mit einer tippenden Dompteuse, nem zynischen Pantomimen, drei musikalischen Tapiren, einem zahnlosen Löwen (der Löwenzahn liebt) und einem imaginären Elefanten mit interessanter Hautkrankheit (zum streicheln für die Kinder).
Na, will noch jemand mit dem stationären Wanderzirkus auf geistige Reisen gehen?
Das ist tatsächlich die ideale musikalische Begleitung für stumpfsinnige
Schreibtischtätigkeiten aller Art.
Gut, dass es diese skandinavischen Spielleut gibt
…denn ungezählt sind die Arten und Unterarten der Idioti Tipperensis.
Viel zu viele habe ich schon gesehen.
Manche gestreichelt.
Und einige sogar erfolgreich nachgezüchtet.
Mein Arbeitszimmer ist auf imaginärer Ebene angefüllt mit diesen kleinen tapirartigen Wesen mit dem stumpfsinnigen Blick.
Dank den musikalischen Herren aus Finnland tanzen sie jetzt.
Das ist eine deutliche Verbesserung.
Man fühlt sich schlagartig wie so ein endzeitlicher Antiheld in einem Stück des absurden Theaters – Neuinzeniert und Koreographiert für einen heruntergekommenen Wanderzirkus mit Freakshow... man bedenke die tanzenden Tapirtiere.
„Fräulein O. und die tanzenden Tapirartigen.“ ist auf den verwitterten handgemalten Plakaten zu lesen.
Danach wird man tuscheln:
Die Tapire tanzten und sie tippte einhändig den Rhythmus dazu während sie grazil mit Links (im doppelten Wortsinn) ein gewichtiges Nachschlagewerk wälzte…
bezaubernd anzusehen. Wirklich ganz hinreißend.
Und erst das Kostüm, das sie trug…geradezu unvorstellbar grotesk. Man hatte fast schon Mitleid … aber die Tapire tanzten so schön, da war das Mitleid schnell vergessen. Eine begabte junge Frau, doch gewiss wird sie in naher Zukunft an einer Sehnenscheidenentzündung sterben…in einem dieser Siechenhospitale der Unterschicht.
Ironisch gebrochen ist das arbeitsame Unwohlsein schon fast Kunst…Kleinkunst…
besser Kleinstkunst auf Wanderzirkusniveau…so ein ganz kleiner Wanderzirkus
mit einer tippenden Dompteuse, nem zynischen Pantomimen, drei musikalischen Tapiren, einem zahnlosen Löwen (der Löwenzahn liebt) und einem imaginären Elefanten mit interessanter Hautkrankheit (zum streicheln für die Kinder).
Na, will noch jemand mit dem stationären Wanderzirkus auf geistige Reisen gehen?
Mittwoch, 9. Juni 2010
"Ach, wär ich doch ein Varietesternchen der 20er" oder der talentierte F. Holländer
Manchmal entdeckt man ein Gedicht, das kein Gedicht ist. Das Gedicht ist nämlich ein Lied, obwohl es in einem Gedichtband getrennt von seinen Noten zu finden ist. Grausam, aber leider nicht selten ist eine solche Trennung. Nun findet man im Autorenverzeichnis die nötigen Informationen und plant eine Recherche zwecks Melodiefindung. Was vergessen wird. Jahre später...also vor ein paar Wochen wird dies nachgeholt und verstärkt die bereits vorhandene Begeisterung. Daher ist es nun an der Zeit das Lied und seinen nicht unbedeutenden Erfinder zu würdigen.
... "Stroganoff" von Friedrich Holländer
... "Stroganoff" von Friedrich Holländer
Donnerstag, 13. Mai 2010
Tausche Notebook gegen Skriptorium
Ein Notizbuch mit Tasten dran sei die Zukunft der Schriftlichkeit haben sie gesagt.
Besser als unleserliches Handgeschreibsel und farbbandabhängiges Schreibmaschinengetippe erläutern sie anschließend mit vertrauenserweckendem Lächeln.
Nicht nur viel besser sondern auch noch einfacher als sämtliche Vorgänger fügen sie beschwörend hinzu und weisen mit einstudierter Handgeste auf eine Reihe cyberpunkigster Geräte (mit Tasten dran...natürlich).
Kunde werden soll man.
Konsumschrott zur Kulturtechnik erheben soll man.
Kultiviert kapituliert man schließlich und wird ein Rädchen (oder besser Chip) im Getriebe (oder besser Laufwerk) dieses technisierten Molochs.
Doch bald stellt man fest, dass nichts einfacher wird.
Komplexestes Chaos kreieren kostenintensive Computer konstant.
Füllfederhalter- und Schreibmaschinennutzer mußten sich über Kompatibilitätsschwierigkeiten keine Sorgen machen. Und Datenverlust drohte nur, wenn Bibliotheken brannten (was verhältnismäßig selten vorkommt).
Ach, wär ich doch die Äbtissin eines Alpenklosters mit eigenem Skriptorium.
Dann wär alles viel einfacher...Hach, wär das schön entspannt.
gez. H.O.
Besser als unleserliches Handgeschreibsel und farbbandabhängiges Schreibmaschinengetippe erläutern sie anschließend mit vertrauenserweckendem Lächeln.
Nicht nur viel besser sondern auch noch einfacher als sämtliche Vorgänger fügen sie beschwörend hinzu und weisen mit einstudierter Handgeste auf eine Reihe cyberpunkigster Geräte (mit Tasten dran...natürlich).
Kunde werden soll man.
Konsumschrott zur Kulturtechnik erheben soll man.
Kultiviert kapituliert man schließlich und wird ein Rädchen (oder besser Chip) im Getriebe (oder besser Laufwerk) dieses technisierten Molochs.
Doch bald stellt man fest, dass nichts einfacher wird.
Komplexestes Chaos kreieren kostenintensive Computer konstant.
Füllfederhalter- und Schreibmaschinennutzer mußten sich über Kompatibilitätsschwierigkeiten keine Sorgen machen. Und Datenverlust drohte nur, wenn Bibliotheken brannten (was verhältnismäßig selten vorkommt).
Ach, wär ich doch die Äbtissin eines Alpenklosters mit eigenem Skriptorium.
Dann wär alles viel einfacher...Hach, wär das schön entspannt.
gez. H.O.
Montag, 10. Mai 2010
Desinteressierte Dame denkt Dublin
Spreadshirt
Chocolate Schiri-Sehtest T-Shirts
Man bescheinigte mir ein völliges Desinteresse an dem Sport mit den 22Männern, dem Trillerpfeifentyp und dem Ball.
Bisher dachte ich, dass ich vielleicht doch noch begeistert werden kann.
Dann las ich dieses Shirt...oder besser ich las es nicht.
Da steht doch "Dublin"...also das meinen die Trillerpfeifenhasser nicht...aber es steht da.
Dieses Hobby scheint für mich also nicht vorgesehen zu sein.
Na toll, das Fernweh hat mich wieder. Irish Folk, Pub, Clover...und hach, die Bibliothek der Uni Dublin
...und das nur wegen eines Lesefehlers.
gez. H.O.
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