Ein Hoch auf Eläkeleiset.
Das ist tatsächlich die ideale musikalische Begleitung für stumpfsinnige
Schreibtischtätigkeiten aller Art.
Gut, dass es diese skandinavischen Spielleut gibt
…denn ungezählt sind die Arten und Unterarten der Idioti Tipperensis.
Viel zu viele habe ich schon gesehen.
Manche gestreichelt.
Und einige sogar erfolgreich nachgezüchtet.
Mein Arbeitszimmer ist auf imaginärer Ebene angefüllt mit diesen kleinen tapirartigen Wesen mit dem stumpfsinnigen Blick.
Dank den musikalischen Herren aus Finnland tanzen sie jetzt.
Das ist eine deutliche Verbesserung.
Man fühlt sich schlagartig wie so ein endzeitlicher Antiheld in einem Stück des absurden Theaters – Neuinzeniert und Koreographiert für einen heruntergekommenen Wanderzirkus mit Freakshow... man bedenke die tanzenden Tapirtiere.
„Fräulein O. und die tanzenden Tapirartigen.“ ist auf den verwitterten handgemalten Plakaten zu lesen.
Danach wird man tuscheln:
Die Tapire tanzten und sie tippte einhändig den Rhythmus dazu während sie grazil mit Links (im doppelten Wortsinn) ein gewichtiges Nachschlagewerk wälzte…
bezaubernd anzusehen. Wirklich ganz hinreißend.
Und erst das Kostüm, das sie trug…geradezu unvorstellbar grotesk. Man hatte fast schon Mitleid … aber die Tapire tanzten so schön, da war das Mitleid schnell vergessen. Eine begabte junge Frau, doch gewiss wird sie in naher Zukunft an einer Sehnenscheidenentzündung sterben…in einem dieser Siechenhospitale der Unterschicht.
Ironisch gebrochen ist das arbeitsame Unwohlsein schon fast Kunst…Kleinkunst…
besser Kleinstkunst auf Wanderzirkusniveau…so ein ganz kleiner Wanderzirkus
mit einer tippenden Dompteuse, nem zynischen Pantomimen, drei musikalischen Tapiren, einem zahnlosen Löwen (der Löwenzahn liebt) und einem imaginären Elefanten mit interessanter Hautkrankheit (zum streicheln für die Kinder).
Na, will noch jemand mit dem stationären Wanderzirkus auf geistige Reisen gehen?
Samstag, 26. Juni 2010
Mittwoch, 9. Juni 2010
"Ach, wär ich doch ein Varietesternchen der 20er" oder der talentierte F. Holländer
Manchmal entdeckt man ein Gedicht, das kein Gedicht ist. Das Gedicht ist nämlich ein Lied, obwohl es in einem Gedichtband getrennt von seinen Noten zu finden ist. Grausam, aber leider nicht selten ist eine solche Trennung. Nun findet man im Autorenverzeichnis die nötigen Informationen und plant eine Recherche zwecks Melodiefindung. Was vergessen wird. Jahre später...also vor ein paar Wochen wird dies nachgeholt und verstärkt die bereits vorhandene Begeisterung. Daher ist es nun an der Zeit das Lied und seinen nicht unbedeutenden Erfinder zu würdigen.
... "Stroganoff" von Friedrich Holländer
... "Stroganoff" von Friedrich Holländer
Donnerstag, 13. Mai 2010
Tausche Notebook gegen Skriptorium
Ein Notizbuch mit Tasten dran sei die Zukunft der Schriftlichkeit haben sie gesagt.
Besser als unleserliches Handgeschreibsel und farbbandabhängiges Schreibmaschinengetippe erläutern sie anschließend mit vertrauenserweckendem Lächeln.
Nicht nur viel besser sondern auch noch einfacher als sämtliche Vorgänger fügen sie beschwörend hinzu und weisen mit einstudierter Handgeste auf eine Reihe cyberpunkigster Geräte (mit Tasten dran...natürlich).
Kunde werden soll man.
Konsumschrott zur Kulturtechnik erheben soll man.
Kultiviert kapituliert man schließlich und wird ein Rädchen (oder besser Chip) im Getriebe (oder besser Laufwerk) dieses technisierten Molochs.
Doch bald stellt man fest, dass nichts einfacher wird.
Komplexestes Chaos kreieren kostenintensive Computer konstant.
Füllfederhalter- und Schreibmaschinennutzer mußten sich über Kompatibilitätsschwierigkeiten keine Sorgen machen. Und Datenverlust drohte nur, wenn Bibliotheken brannten (was verhältnismäßig selten vorkommt).
Ach, wär ich doch die Äbtissin eines Alpenklosters mit eigenem Skriptorium.
Dann wär alles viel einfacher...Hach, wär das schön entspannt.
gez. H.O.
Besser als unleserliches Handgeschreibsel und farbbandabhängiges Schreibmaschinengetippe erläutern sie anschließend mit vertrauenserweckendem Lächeln.
Nicht nur viel besser sondern auch noch einfacher als sämtliche Vorgänger fügen sie beschwörend hinzu und weisen mit einstudierter Handgeste auf eine Reihe cyberpunkigster Geräte (mit Tasten dran...natürlich).
Kunde werden soll man.
Konsumschrott zur Kulturtechnik erheben soll man.
Kultiviert kapituliert man schließlich und wird ein Rädchen (oder besser Chip) im Getriebe (oder besser Laufwerk) dieses technisierten Molochs.
Doch bald stellt man fest, dass nichts einfacher wird.
Komplexestes Chaos kreieren kostenintensive Computer konstant.
Füllfederhalter- und Schreibmaschinennutzer mußten sich über Kompatibilitätsschwierigkeiten keine Sorgen machen. Und Datenverlust drohte nur, wenn Bibliotheken brannten (was verhältnismäßig selten vorkommt).
Ach, wär ich doch die Äbtissin eines Alpenklosters mit eigenem Skriptorium.
Dann wär alles viel einfacher...Hach, wär das schön entspannt.
gez. H.O.
Montag, 10. Mai 2010
Desinteressierte Dame denkt Dublin
Spreadshirt
Chocolate Schiri-Sehtest T-Shirts
Man bescheinigte mir ein völliges Desinteresse an dem Sport mit den 22Männern, dem Trillerpfeifentyp und dem Ball.
Bisher dachte ich, dass ich vielleicht doch noch begeistert werden kann.
Dann las ich dieses Shirt...oder besser ich las es nicht.
Da steht doch "Dublin"...also das meinen die Trillerpfeifenhasser nicht...aber es steht da.
Dieses Hobby scheint für mich also nicht vorgesehen zu sein.
Na toll, das Fernweh hat mich wieder. Irish Folk, Pub, Clover...und hach, die Bibliothek der Uni Dublin
...und das nur wegen eines Lesefehlers.
gez. H.O.
Freitag, 7. Mai 2010
Post ist da! - Lest ihr Ratten!
Holde Leserschaft,
Frühling ist´s...was einige zum jahreszeitbedingten Putzen motiviert.
Bei mir ist das anders (...wie unerwartet). Mich motiviert´s manchmal zum jahreszeitbedingten Schreiben. Frühlingspost schallts über mit blühenden Obstbäumen bestandene Wiesen.
Das Briefeschreiben ist eine der schönsten aussterbenden Kulturtechniken, die die Menschheit zu vergessen geneigt ist. Schlimm ists.
Nun könnte ich ausuferndst über die Briefkultur vergangener Jahrhunderte plaudern, doch das würde mich vom Briefeschreiben abhalten und wird daher ausnahmsweise unterlassen.
Sie unterbrach das posten um sich der Post zuzuwenden.
gez. H.O.
Frühling ist´s...was einige zum jahreszeitbedingten Putzen motiviert.
Bei mir ist das anders (...wie unerwartet). Mich motiviert´s manchmal zum jahreszeitbedingten Schreiben. Frühlingspost schallts über mit blühenden Obstbäumen bestandene Wiesen.
Das Briefeschreiben ist eine der schönsten aussterbenden Kulturtechniken, die die Menschheit zu vergessen geneigt ist. Schlimm ists.
Nun könnte ich ausuferndst über die Briefkultur vergangener Jahrhunderte plaudern, doch das würde mich vom Briefeschreiben abhalten und wird daher ausnahmsweise unterlassen.
Sie unterbrach das posten um sich der Post zuzuwenden.
gez. H.O.
Donnerstag, 6. Mai 2010
Schlimperdibix....Vorsicht Gold! - Berufswunsch: Räuberhauptfrau
Ach, da melden sich die Wurzeln. In Form von Kindheitserinnerungen begleitet vom Rauschesound des schwarzen Waldes, der meiner Ahnen Heimat war.
Ich bin als schon genetisch prädestiniert für den Beruf des Räubers.
Der Wald liegt mir im Blut. Höhlen find ich gut und verfallene Burgen noch besser (da meldet sich wieder der Hang ins Pittoreske). Ach ja, meine Urahnen haben die Römer vernichtet. Ich bin zum Bandenbilden geboren.
Die nötige Fachliteratur kenne ich fast auswendig (s.u.).
Singgrölen und Hüpftanzen kann ich. Hieb und Stichfest und waffentauglich werde ich evtl. bald sein.
Nur die Moral ist noch im Weg. Aber für so ein echtes Räuberleben müssen Opfer gebracht werden.
Wie sie sehen bin ich beinahe schon überqualifiziert. Darum möchte ich mich auf diesem doch eher ungewöhnlichen Wege, um einen Posten als Räuberhauptfrau bewerben.
Dienstag, 4. Mai 2010
In kafkaesken Nächten schläft geistvoller Witz
Phantasai, lieb Phantasai (Samsas Traum)
Phantasai, lieb´ Phantasai,
Entbinde mich des Denkens !
So träufle meine Seel´ mir frei
Von Kopf, von Sinn und Weltverstand.
Zerspringen soll der Gläser Rand,
Ihr Klang den Trümmern Leben schenken.
Phantasai, kristallerbaut:
Ich will, daß es mir graut !
[...]
Eine neue Nacht wartet auf uns !
Sie zerrt mich in die Anderswelt,
Fernab von meinen Sorgen !
Wir fahren heut´ zum Himmel auf !
Der Alptraum läßt uns glücklich sein,
Für uns gibt es kein Morgen mehr !
...tja, melancholischer Eskapismus verziert mit morbidem Kathedralentum und pittoresken Schädelskulpturen.
Das ist ganz schön gotisch (die Lebenseinstellung, nicht die Epoche...und ja, ich weiß, dass man das anders schreibt).
Mir gefällt das musikalische Machwerk dieser kafkaesken Bande, obwohl mein Lebensstil kein schwarz-weiß-roter ist. Ich bin halt nie Schneewiitchen gewesen. Auch nicht Schneeweißchen oder Rosenrot. Trotzdem gefällts und wird daher rumgezeigt.
gez. H.O.
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