Donnerstag, 29. April 2010

Katz & Goldt - "Was für Freunde?"

Katz & Goldt - "Was für Freunde?"

Das nenn ich mal Humor für Fortgeschrittene.
Fortschrittlich ists, dass die netten Herren, deren Hirnen dieses Machwerk entsprang, gleich einen funktionierenden Link mitliefern.
Ich fühl mich gut unterhalten.
Und sozial wie ich bin teile ich mein Vergnügen, damit es sich sprichwörtlich mehre.

gez. H.O.

Dienstag, 27. April 2010

Ganz schön schrecklich wie schrecklich schön das Leben ist



Strophe 2:
Well Your faith was strong but you needed proof
You saw her bathing on the roof
Her beauty and the moonlight overthrew you
she tied you to her kitchen chair
And she broke your throne and she cut your hair
And from your lips she drew the Hallelujah

...klingt nach ner guten Kurzgeschichte.

Ja, Watchmen.
Über diese graphic novel hab ich an diesem Wochenende mehrere gute Gespräche mit mehreren guten Gesprächspartnern geführt. Lesenswert und bildungsreich ist Watchmen sage ich und hoffe, dass einige Leser meinem Urteil trauen.

gez.: H.O. (Königin von Groß Prokrastinatio)

Montag, 26. April 2010

Der Weltraum war angefüllt mit Stimmen

Nun ist die (oder der) Andycon vorbei. Traurige Tatsache ist das.

Aber in Zukunft kann ich sagen "Ich war dabei" und dabei bedeutsam nickend auf meinen Crewbadge weisen, wie der Veteran irgendeines intergalaktischen Krieges.
Es gäbe so viel zu erzählen, doch mir ist noch nicht ganz klar was davon die lesenden Massen interessieren könnte.

Namedropping sollte ich wohl betreiben. Das mag die Mehrheit.
Werbung könnte ich machen. Das mögen die Beworbenen.
Anekdoten absondern könnte ich ebenfalls. Das mag ich.

Ich war das gesamte Wochenende (etwas halbherzig) darum bemüt Dmitry Glukhovsky zu treffen.
Am Freitag verpasste ich ihn. Denn als ich meinen ersten Orangensaft gereicht bekam, war er bereits auf den Rücksitz eines Taxis gesunken und rauschte durch hell erleuchtete Berliner Nächte.
Am Samstag las er und ich arbeitete. So konnte ich ihm nicht lauschen.
Seine Signierstunde verpasste ich, weil ich junge Frauen überredete Boris Koch anzustarren (wofür ich mich bei ihm noch entschuldigen sollte...also eigtl. war es nur eine Frau, aber die Vorstellung ist mit mehreren Frauen farbenfroher, obwohl die Frau dem gotischen Lebensstil angehörte...also nix mit farbenfroh).
Am Sonntag sprach Dmitry Glukhovsky über russische Gegenwartsphantastik, was gewiss hörenswert gewesen wäre, doch ich lauschte lieber Jakob Schmidts hörenswerten Ausführungen zu H. P. Lovecraft und Degenerationstheorie. Den Vortrag würde ich hier gerne kurz zusammenfassen, weil ich viel gelernt habe beim Zuhören, aber ich bin mir unsicher auf wie viel Gegenliebe dieser Wunsch stoßen wird (also warte ich auf die Kommentare).
Aber am Sonntag traf ich Dmitry Glukhovsky dann und bat ihn seine Unterschrift in den Büchern von Freunden zu platzieren (, die diese mir zu diesem Zwecke übergeben hatten).
Freundlich war er und sah erschreckend jung aus. Ich kannte ja nur das grimmig beanzugte Promofoto und es fiel mir schwer den charismatischen jungaussehenden Russen im Kaputzenpulli mit dem Foto in Beziehung zu setzen, also gab ich diese Bemühungen bald auf.
Schlimm ist, dass ich als "cheeky intern" vorgestellt wurde.
Noch schlimmer ist, dass ich mich dann auch so benahm. Naja, nett wars trotzdem.
Jetzt habe ich drei Names gedroppt und zwei Anekdoten erzählt...fehlt noch die Werbung:

Gute Gespräche aller Art wurden mit dem Team vom Shayol Verlag geführt.
Kauft ihre Bücher!

http://www.shayol.biz/epages/61530001.sf

Das Otherland hatte seinen Büchertisch voller freundlicher Fachverkäufer mitgebracht.
Reist in die Bergmannstraße!
...da könnt ihr dann Golkonda-Bücher, Shayol-Bücher und noch viele andere Bücher (mein Tipp: Frank Böhmert: Ein Abend beim Chinesen - der Grund für den Tipp: Wer im Team mit ironischem Lächeln aus dem Stehgreif einen vermarktbaren Urban-Fantasy-Serien-Plot erdenken kann, schreibt gewiss famose Kurzgeschichten) anstaunen, befingern und kaufen.

http://www.otherland-berlin.de/contenido/cms/front_content.php

Nachts ist das Planetarium blau. Schaut es euch an!

...wem das zu viel Werbung ist, der soll sich beschweren. Damit bin ich hier auf der sicheren Seite, denn meine Leser sind eher schweigsame Rezipienten. Manchmal ist das sogar praktisch.

gez. H.O. (...was offensichtlichst sein sollte)

Freitag, 23. April 2010

Bitte bleiben Sie dran...es folgt ein kurzer Werbeblog.

Falls Sie es noch nicht wußten:
Es gibt da einen ganz phantastischen jungen Verlag,
den ich Ihnen auf diesem Wege ans Herz (und Hirn) legen möchte.

http://www.golkonda-verlag.de/

Bald wird es den ersten Newsletter geben.
Wer den anfordert (und das sollte jeder halbwegs belesene Mensch tun) kann ganz viel lernen, lachen und (verdammt, mir fällt kein passendes Wort mit L mehr ein)...lustwandeln (also im übertragenen Sinne...durch die gar lehrreichen und bewußtseinserweiternden Seiten dieses literarischen Gartens).

Falls Sie es noch nicht gehört haben sollten:
Diesen Samstag um 13.00Uhr fängt die Zukunft an.
Aber nur in Berlin, denn wir waren immer schon etwas schneller als der Rest der Welt.
Andycon - SF Convention im Zeiss Großplanetarium.
Wie könnte man sein Wochenende sinnvoller verbringen? Ich weiß es nicht.

http://www.andycon.de/index.php?page_id=0

Hingehen und gut finden...das könnte als Befehl aufgefasst werden...
und das fänd ich ok.

gez. H.O. (jetzt wirds albern...Häschen1 würde so Zeug niemals posten. Häschen1 ist strebsam, während Häschen2 ihren Nerdkram promoted)

P.S: Die Verlinkungsfunktion meines Blogs verachtet mich und verweigert daher die Kooperation. Sorry!

Donnerstag, 22. April 2010

Mit angespitzter Feder bewaffnete Rächerin der verachteten Literaten könnte ich sein.

Es ist noch keine zwei Tage her, da schrieb ich an dieser Stelle etwas im Sinne von
"Wenn ich rausfind, dass so Typen die ich doof find was doof finden was ich gut find dann find ichs gleich noch viel guterer (oder besser) als vorher"...das hab ich geschreibt nur auf schlaudeutsch.

Nun folgt diesem nicht unbezaubernden Ansatz eine kleine feine Erweiterung.
Nämlich eine überschaubare (und daher unvollständige) Liste lesenswerter Autoren...jeweils mit der eher unschmeichelhaften Meinung eines anderen Schreiberlings.

1.) Jane Austen
...schreibt feinsinnig weiblich über das Leben in und um englische Herrenhäuser.
Alles ist da dramatisch. Und dauernd muss/will irgendwer irgendwen heiraten. Es gibt Bälle und Kutschfahrten...und es wird ganz viel geredet und wenig getan.
Ich mags gern.

Mark Twain sieht das anders:
"I haven't any right to criticize books, and I don't do it except when I hate them. I often want to criticize Jane Austen, but her books madden me so that I can't conceal my frenzy from the reader; and therefore I have to stop every time I begin. Every time I read 'Pride and Prejudice,' I want to dig her up and hit her over the skull with her own shin-bone."

2.) William Shakespeare
...ist ein unumstrittenes Genie des unanständigen Humors und des doppeldeutigen Wortspiels. Was im Vergnügungsviertel Londons zu seiner Zeit Erfolg hatte, kann gar nicht schlecht sein. Ist es auch nicht. Lustig ists. Tiefsinnig ists ebenfalls. Und es enthält ganz unglaublich viele Wahrheiten über das menschliche Verhalten in Extremsituationen (also Liebe und Krieg).

George Bernard Shaw sieht das anders:
"With the exception of Homer, there is no eminent writer, not even Sir Walter Scott, whom I can despise so entirely as I despise Shakespeare when I measure my mind against his. The intensity of my impatience with him occasionally reaches such a pitch, that it would positively be a relief to me to dig him up and throw stones at him, knowing as I do how incapable he and his worshippers are of understanding any less obvious form of indignity."

3.) Edgar Allan Poe
...oh, Edgar. Ein fantastischer Kurzgeschichtenschreiberling. Ein beunruhigend guter Lyriker. Ein melancholischer Mann mit dem man gerne Kaffee trinken gehen würde, weil er bestimmt Interessantes zu sagen hätte.

Henry James sieht das anders:
An enthusiasm for Poe is the mark of a decidedly primitive stage of reflection.

Drei Beispiele reichen...und zum Abschluss gibts Fiesheiten über Goethe aus der Feder von Samuel Butler.

Goethe...talentierter Mann, aber unerträglich arrogant. Mit dem würd ich keinen Kaffee trinken gehn. Niemals nicht.

"I have been reading a translation of Goethe's 'Wilhelm Meister.' Is it good? To me it seems perhaps the very worst book I ever read. No Englishman could have written such a book. I cannot remember a single good page or idea....Is it all a practical joke? If it really is Goethe's 'Wilhelm Meister' that I have been reading, I am glad I have never taken the trouble to learn German."

Also die Idee für diesen Eintrag stammt von hier:

http://notesfromthegeekshow.blogspot.com/

...lesenswert. Deutlich lesenswerter als mein Zeug(, aber wehe ihr wandert jetzt ab. das wär voll unok.)

gez.: H.O.

Schau mir in die Augen und du wirst Mittelerde sehen.



...gestern habe ich zum Zwecke abendlicher Entspannung das Ende einer Huckleberry Finn Verfilmung geschaut. Der junge Hauptdarsteller kam mir vertraut vor. Besonders seine großen wehleidigen Augen erinnerten mich an....Altbekanntes.

Ja, Elijah Wood sah immer schon irgendwie anders aus.
Frodo auf dem Mississippi halt.
Guter Film...Guter Schauspieler...Gute Entspannung.

Dienstag, 20. April 2010

Dem Ernst Theodor Amadeus sei ein nie verstummendes Loblied gesungen.

Das mir dieser Phantast einer der Liebsten ist sollte bekannt sein.
Falls nicht habe ich es gerade bekannt gemacht.
Grandios ist sein (von mir leider nur zum Teil gelesenes) Werk.

Goethe fand ihn doof... und ich find Goethe irgendwie doof...
darum is mir der Gespenster-Hoffmann gleich noch sympathischer.

„Dieser Hoffmann ist mir widerwärtig
mit all seinem Geist und Witz von Anfang bis zu Ende“. (Wilhelm Grimm)

...wer so viel Verachtung anzieht, der verdient unser aller Aufmerksamkeit.

...noch ein einprägsames biographisches Element (nachträglich hinzugefügt):

In Bamberg verliebte sich der Vierunddreißigjährige in die dreizehnjährige Gesangsschülerin Julia Mark.

"Noch während seines Umgangs mit ihr begann er, das erotische Begehren zu verdrängen, begann er, Julia zu einem ästhetischen Idol zu verflüchtigen, demgegenüber lediglich eine geistige, in der Kunst manifest werdende Liebe angemessen sei, wohingegen körperlicher Besitz seinen Bildzauber zerstören würde. Die "Liebe des Künstlers", zu der sich Hoffmann durchrang, vergleicht sich mit der höfischen Minne und dem Marienkult. Sie vermag auf die Gegenwart der Geliebten zu verzichten, weil sie die Geliebte nur als inneren Besitz erstrebt. Sie ist keiner Enttäuschung, keiner profanen Erfahrung zugänglich, weil sie sich ihr nicht aussetzt."
(Gerhard Schneider im Nachwort zu E. T. A. Hoffmann. Werke in einem Band. Die Bibliothek deutscher Klassiker, Band 24. Aufbau-Verlag, Berlin / Weimar 1979)

Und nun zum Werk, denn darum gehts ja hier eigentlich.
Den Sandmann kennen ja alle...darum ist mein überzeugendes Abschlusszitat aus dem goldnen Topf:

"Aber nun fühlte ich mich von jähem Schmerz durchbohrt und zerrissen.
»Ach, glücklicher Anselmus, der du die Bürde des alltäglichen Lebens abgeworfen, der du in der Liebe zu der holden Serpentina die Schwingen rüstig rührtest und nun lebst in Wonne und Freude auf deinem Rittergut in Atlantis! - Aber ich Armer! - bald - ja in wenigen Minuten bin ich selbst aus diesem schönen Saal, der noch lange kein Rittergut in Atlantis ist, versetzt in mein Dachstübchen, und die Armseligkeiten des bedürftigen Lebens befangen meinen Sinn, und mein Blick ist von tausend Unheil wie von dickem Nebel umhüllt, daß ich wohl niemals die Lilie schauen werde.« - Da klopfte mir der Archivarius Lindhorst leise auf die Achsel und sprach: »Still, still, Verehrter! Klagen Sie nicht so! - Waren Sie nicht soeben selbst in Atlantis, und haben Sie denn nicht auch dort wenigstens einen artigen Meierhof als poetisches Besitztum Ihres innern Sinns? - Ist denn überhaupt des Anselmus Seligkeit etwas anderes als das Leben in der Poesie, der sich der heilige Einklang aller Wesen als tiefstes Geheimnis der Natur offenbarer?«" (E.T.A.Hoffmann - Der goldne Topf (1814))

gez. H.O. (was offensichtlich ist....ein echt umnachtetes Nachtstück dieser Eintrag)