Dienstag, 15. Februar 2011

Hello. My name is...

Man kann nie genug interessantes Lesezubehör produzieren...

http://de.dawanda.com/product/11022102--inigo-montoya-shopper-tote-bag-beutel

(tja..."Link hinzufügen" ist mal wieder unkooperativ.)

Montag, 14. Februar 2011

FROH ist was NEU ist...

NEU ist das BRAUN...das macht mich FROH.
Aber warum braun?

Der erste Google Treffer verweist den fragenden Sucher auf eine Marke, welche sich der Produktion technischen Gerätes zur Entfernung störenden Gesichtshaars verschrieben hat.
Aber das hat mit der Farbveränderung des Bloggs wenig zu tun...

Ein gleichnamiger Haushaltsgerätehersteller (auch ein Google Treffer) zitiert auf seiner Heimseite skandinavische Studien:
"Nach einer norwegischen Studie aus dem Jahr 2008 verbringen Frauen weltweit 3x so viel Zeit mit Hausarbeit wie ihre Männer. In Japan übernehmen Frauen sogar 90% der anfallenden Arbeitsstunden. Anders bei den mexikanischen Männern: Sie greifen ihren Frauen fast 14 Stunden pro Woche unter die Arme und sind damit Weltmeister in Sachen Hausarbeit."
...Aha, wieder was gelernt. Es geht dann weiter mit verkaufsfördernd oberflächlichem Gleichberechtigungsgewitzele.

Derselbe Haushaltsgerätehersteller hat übrigens sämtliche Produktanleitungen (u.a. Munddusche und Präzisionshaarentferner) online gestellt. Falls einen mal in der Nähe eines Internetanschlusses die totale Langeweile packt...

Die pseudoesoterische Farbenlehre sagt...
"Braun ist die Farbe unserer Herkunft, der Wurzel, der Summe unserer Erfahrungen aus der Vergangenheit bis hin zum Jetzt, dem "Sein". Sie verleiht uns Sicherheit aus Erkenntnissen von gemachten Erfahrungen und Lernprozessen. Diese Vertrautheit gibt uns Wärme, Geborgenheit und Sicherheit in uns selbst. Braun gibt uns die Ruhe und Gelassenheit auch einmal "stehen zu bleiben", zurück zu schauen, um mit Zuversicht, behutsam aber eher bedächtig neu weiter zu entwickeln."
...und ich stimme zumindest auschnittsweise zu.

Interssant ist auch...
"Historisch wurde mit „braun“ bis ins 18. Jh. hinein (auch) die blau- bis violettschwarze Farbe der tiefsten Dämmerung bezeichnet - vgl. das Kirchenlied "Hernieder ist der Sonnen Schein, | Die braune Nacht bricht stark herein" bzw. die Redensart, jemanden braun und blau zu schlagen."

...aber die Hauptsache ist: Mir gefällts!

Sonntag, 22. August 2010

Mittwoch, 28. Juli 2010

Den Weg der Wünsche gehen...

"Bastian hatte dem Löwen die Inschrift auf der Rückseite des Kleinodes gezeigt.
"Was mag das bedeuten?" , fragte er. "TU WAS DU WILLST, das bedeutet doch, dass ich alles tun darf, wozu ich Lust habe, meinst du nicht?"
Graógramáns Gesicht sah plötzlich erschreckend ernst aus und seine Augen begannen zu glühen. "Nein", sagte er mit jener tiefen, grollenden Stimme, "es heißt, dass du deinen Wahren Willen tun sollst. Und nichts ist schwerer."
"Meinen Wahren Willen?", wiederholte Bastian beeindruckt. "Was ist denn das?"
"Es ist dein eigenes tiefstes Geheimnis, das du nicht kennst."
"Wie kann ich es denn herausfinden?"
"Indem du den Weg der Wünsche gehst, von einem zum anderen und bis zum letzten. Der wird dich zu deinem Wahren Willlen führen."
"Das kommt mir eigentlich nicht so schwer vor.", meinte Bastian
"Es ist von allen Wegen der gefählichste.", sagte der Löwe.
"Warum?", fragte Bastian, "ich hab' keine Angst."
"Darum geht es nicht", grollte Graógramán, "er erfordert höchste Wahrhaftigkeit und Aufmerksamkeit, denn auf keinem anderen Weg ist es so leicht, sich endgültig zu verirren."
"Meinst du, weil es vielleicht nicht immer gute Wünsche sind, die man hat?", forschte Bastian.
Der Löwe peitschte mit dem Schweif in den Sand, in dem er lag. Er legte die Ohren an und zog die Nase kraus, seine Augen sprühten Feuer. Bastian duckte sich unwillkürlich, als Graógramán mit einer Stimme, die wiederrum den Boden vibrieren ließ, sagte:
"Was weißt du, was Wünsche sind! Was weißt du, was gut ist!"
Bastian dachte viel in den darauffolgenden Tagen über all das nach, was der Bunte Tod ihm gesagt hatte. Doch manche Dinge kann man nicht durch Nachdenken ergründen, man muss sie erfahren. Und so kam es, dass er erst viel später, nachdem er vieles erlebt hatte, an Graógramán Worte zurückdachte und sie zu verstehen begann."

(Michael Ende - Die unendliche Geschichte)

Es gibt Autoren und Bücher zu denen finde ich immer wieder zurück.
Das Wort "Zurück" passt bei Michael Ende am Besten, wenn man bedenkt, dass er mich seit der Grundschule begleitet. Ich bin das kleine Mädchen, das ganze Passagen aus der Hörspielversion der unendlichen Geschichte rezitieren konnte (und immer noch kann).

Das Wort "Antiquariat" war für mich bereits magisch bevor ich erfahren hatte, welche Schätze es dort zu heben gibt und lange bevor ich begann nach diesen Schätzen zu graben. Denn jedes mal, wenn ich ein Antiquariat betrete (und das mache ich gern und regelmäßig) muß ich an Bastians erste Begegnung mit Karl Konrad Koreander denken.
Bei strömendem Regen ein Antiquariat zu betreten ist unbeschreiblich schön. Ich kann das nur weiterempfehlen.

Doch zurück zum Anfang. Zurück zum "Zurück".
Den Weg der Wünsche gehen auf der Suche nach dem wahren Willen. Die Verantwortung für sein Leben ernst nehmen und übernehmen. Das Nichts überwinden. Phantasien retten.

Ich werde wohl noch eine Weile darüber nachdenken...
also gebe ich an dieser Stelle das "Tu was du willst" an den Leser weiter.

Donnerstag, 8. Juli 2010

Das Rauschen vor dem ersten Lied

Es muss einmal gesagt werden:
Mein Leben ohne Plattenspieler wäre ein deutlich ärmeres.
Wem das übertrieben erscheint, dem ist diese Form des zelebrierten Musikgenusses bedauerlicherweise noch fremd.
Versonnen durch den LP-Stapel blättern. Die Platte der Wahl aus der feinen Papierschutzhülle ziehen. Vorsichtig auflegen. Die Nadel an die Stelle der Wahl führen und herabsinken lassen. Ein feinmotorischer Genuss der Extraklasse. Und auch das Rauschen vor dem ersten Stück ist keineswegs zu verachten. Es scheint mir stets als wäre diese Art des Musikgenusses echter. Platten hören gleicht einer Art Zeitreiseurlaub. Alles wird etwas langsamer und sepiafarbener, wenn eine gute Platte läuft. Und der Schall macht den Lauscher ruhig.

Samstag, 26. Juni 2010

Tanzende Tapire sind mir alltäglich Brot geworden

Ein Hoch auf Eläkeleiset.
Das ist tatsächlich die ideale musikalische Begleitung für stumpfsinnige
Schreibtischtätigkeiten aller Art.

Gut, dass es diese skandinavischen Spielleut gibt
…denn ungezählt sind die Arten und Unterarten der Idioti Tipperensis.
Viel zu viele habe ich schon gesehen.
Manche gestreichelt.
Und einige sogar erfolgreich nachgezüchtet.
Mein Arbeitszimmer ist auf imaginärer Ebene angefüllt mit diesen kleinen tapirartigen Wesen mit dem stumpfsinnigen Blick.

Dank den musikalischen Herren aus Finnland tanzen sie jetzt.
Das ist eine deutliche Verbesserung.

Man fühlt sich schlagartig wie so ein endzeitlicher Antiheld in einem Stück des absurden Theaters – Neuinzeniert und Koreographiert für einen heruntergekommenen Wanderzirkus mit Freakshow... man bedenke die tanzenden Tapirtiere.

„Fräulein O. und die tanzenden Tapirartigen.“ ist auf den verwitterten handgemalten Plakaten zu lesen.

Danach wird man tuscheln:
Die Tapire tanzten und sie tippte einhändig den Rhythmus dazu während sie grazil mit Links (im doppelten Wortsinn) ein gewichtiges Nachschlagewerk wälzte…
bezaubernd anzusehen. Wirklich ganz hinreißend.
Und erst das Kostüm, das sie trug…geradezu unvorstellbar grotesk. Man hatte fast schon Mitleid … aber die Tapire tanzten so schön, da war das Mitleid schnell vergessen. Eine begabte junge Frau, doch gewiss wird sie in naher Zukunft an einer Sehnenscheidenentzündung sterben…in einem dieser Siechenhospitale der Unterschicht.

Ironisch gebrochen ist das arbeitsame Unwohlsein schon fast Kunst…Kleinkunst…
besser Kleinstkunst auf Wanderzirkusniveau…so ein ganz kleiner Wanderzirkus
mit einer tippenden Dompteuse, nem zynischen Pantomimen, drei musikalischen Tapiren, einem zahnlosen Löwen (der Löwenzahn liebt) und einem imaginären Elefanten mit interessanter Hautkrankheit (zum streicheln für die Kinder).

Na, will noch jemand mit dem stationären Wanderzirkus auf geistige Reisen gehen?

Mittwoch, 9. Juni 2010

"Ach, wär ich doch ein Varietesternchen der 20er" oder der talentierte F. Holländer

Manchmal entdeckt man ein Gedicht, das kein Gedicht ist. Das Gedicht ist nämlich ein Lied, obwohl es in einem Gedichtband getrennt von seinen Noten zu finden ist. Grausam, aber leider nicht selten ist eine solche Trennung. Nun findet man im Autorenverzeichnis die nötigen Informationen und plant eine Recherche zwecks Melodiefindung. Was vergessen wird. Jahre später...also vor ein paar Wochen wird dies nachgeholt und verstärkt die bereits vorhandene Begeisterung. Daher ist es nun an der Zeit das Lied und seinen nicht unbedeutenden Erfinder zu würdigen.
... "Stroganoff" von Friedrich Holländer